Back on track, aber noch genug zu tun

Fragen wie z.B: Paßt die Gabel der R an die S?

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Ölfinger
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Back on track, aber noch genug zu tun

Beitrag von Ölfinger » 1. Juli 2018, 14:34

Vor 3 Jahren habe ich mich hier angemeldet mit dem Ziel die Kiste (XL500 PD01 Bj.80) wieder auf die Straße zu bringen und je mehr ich zerlegt hatte umso mehr habe ich gestaunt.
Weil doch einiges an der Verschleißgrenze war habe ich nur die ganz wilden Sachen ersetzt und öfter schon besorgten Ersatz erstmal nicht verbaut.
Wenn es jemanden interessiert, kann ich auch noch ein etwas dazu erzählen.

Aber die gute Nachricht ist: Seit 2 Wochen hat sie TÜV, ist angemeldet, läuft, ölt nicht und klingt vernünftig (das Forum war eine große Hilfe).

.. und es ist natürlich auch noch nicht alles so wie ich es haben will:

Zuerst einmal habe ich auf der ersten oder zweiten Fahrt die Gemischeinstellschraube verloren (vermutlich war schon keine Feder mehr dahinter) und mit Erhalt des Keyster Vergaserreparatursatzes dann entschieden gestern "alles" zu tauschen.
Meinem Gefühl nach läuft sie allerdings immer noch zu fett (den Choke habe ich nie gebraucht) und ich denke mir es liegt daran: Der (ich glaube es heißt) Hauptdüsenhalter lässt sich nicht bis zum Ende des Gewindes einschrauben (ich meine es war vor dem Tausch schon so). Jedenfalls nicht ohne das durch Sprit schon angefressene Gewinde weiter zu ruinieren.
Ich nehme an, der Halter müsste sich ganz einschrauben lassen. (Da fällt mir ein: Dummerweise habe ich nicht genau aufgepasst wie die obere Führung, die ja eingepresst wird im Vergleich zur alten aussah).
Die Frage ist: Ist es normal, dass sich der Hauptdüsenhalter nicht ganz einschrauben lässt? Ich könnte vielleicht die Nadel noch 2 Stufen tiefer hängen um das auszugleichen.

Zweites Thema:
Beim Überfahren von Randsteinen (die abgesenkten :D ) kriege ich des Öfteren einen trockenen Schlag ins Kreuz. Auch hier weiß ich, dass der hintere rechte Dämpfer leichten Ölnebel hat.
Beide dämpfen aber "eigentlich" schon beim draufrumreiten. Was könnte das noch sein? Schwingenlager? oder ist das normal?
Gleiches Spielchen vorne (hier aber selten) beim harten Bremsen (hart kann man eigentlich nicht sagen bei der Brems"wirkung") ebenfalls ein Klonk. Es könnte das gleiche sein, scheint aber subjektiv von weiter vorn zu kommen.
Am Lenkkopf merke ich nichts, am Rahmen ist mir während der Schrauberei nichts aufgefallen.
Hat jemand eine Idee?

Viele Grüsse

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Gunnar_HH
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Re: Back on track, aber noch genug zu tun

Beitrag von Gunnar_HH » 1. Juli 2018, 23:49

Da sind ja viele Fragen drin. :eek:

Aber ich habe auch ein paar Fragen :D
1-Wie alt sind die Dämpfer?
2-Wie schwer bist du?
3-Schon mal über neue hintere Stoßdämpfer nachgedacht?
4-Wann ist die Schwinge das letzte mal gefettet worden?
5-Wann war der letzte Ölwechsel der vorderen Stoßdämpfer?
6-Sind die vorderen Federn mal vermessen worden - Verschleißgrenze?
7-Schon mal über bessere Wirth-Federn für die Gabelholme nachgedacht?

So mal generell: Die XLS hat nicht soviel Federweg wie die XLR oder moderne Enduros.

Fragen zum Vergaser kommen später.

Viele Grüße
Gunnar
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Dominik
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Re: Back on track, aber noch genug zu tun

Beitrag von Dominik » 2. Juli 2018, 15:22

Die Frage ist: Ist es normal, dass sich der Hauptdüsenhalter nicht ganz einschrauben lässt? Ich könnte vielleicht die Nadel noch 2 Stufen tiefer hängen um das auszugleichen.
Ich habe die Situation zwar jetzt nicht ganz vor Augen, aber ich denke, dass das kaum ein großes Problem sein kann. Das Gewinde für den Düsenstock (so heißt das Ding) wird ja nicht durch Benzin zerfressen. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass es wirklich beschädigt ist. Vielleicht haben sich nur ein paar Rückstände festgesetzt?

Ich würde den Düsenstock rausschrauben, die Nadeldüse entfernen (einfach vom Schwimmergehäuse in Richtung Venturi ausdrücken), alles schön reinigen, den alten Düsenstück mehrfach ein- und ausschrauben und schauen, ob es dann wieder geht. Mehr kann doch eigentlich nicht kaputt sein ... .

Warum meinst du eigentlich, dass sie zu fett läuft? Wie hoch ist denn der Verbrauch? Eine S genehmigt schon gerne mal so 6 - 6,5 L/100 ...

Die Nadel würde ich nicht ohne Not umhängen.
Beim Überfahren von Randsteinen (die abgesenkten :D ) kriege ich des Öfteren einen trockenen Schlag ins Kreuz.
Damit kann ich leider nicht so viel anfangen. Wenn die Dämpfer schlecht werden, teilen sie ja eigentlich keine trockene Schläge aus. Das Schwingenlager dürfte auch kaum daran beteiligt sein. Hast du vielleicht einfach recht viel Federvorspannung 'reingedreht?
Gleiches Spielchen vorne (hier aber selten) beim harten Bremsen (hart kann man eigentlich nicht sagen bei der Brems"wirkung") ebenfalls ein Klonk.
Es *könnte* sein, dass sich in der Bremse ein Belag vom Träger gelöst hat. Das *kann* solche Geräusche verursachen. Ist jetzt aber nur eine Idee ...

Vielleicht hilft's. Viele Grüße,
Dominik

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Re: Back on track, aber noch genug zu tun

Beitrag von Dominik » 2. Juli 2018, 15:28

Hat Hiha gerade in einem anderen Thread (XL 500 SB nach 25 Jahren starten) geschrieben:
Und nicht gerade selten unterwandert [nach längerer Standzeit; Anm.] Korrosion die Beläge, die sich dann von den Backen trennen.
Würde ja passen ;-)

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Re: Back on track, aber noch genug zu tun

Beitrag von Ölfinger » 2. Juli 2018, 20:02

Erstmal vielen Dank an euch. Die Tipps klingen gleich mal plausibel/sinnvoll.

@Gunnar:
1-Wie alt sind die Dämpfer?
Ich tippe noch auf die ersten.
2-Wie schwer bist du?
Zu schwer :oops: ... 100kg hab ich schon.
3-Schon mal über neue hintere Stoßdämpfer nachgedacht?
Ja, aber die originalen zu erhalten wäre bei mir an der ersten Stelle.
4-Wann ist die Schwinge das letzte mal gefettet worden?
Du meinst über den Schmiernippel? Ich glaube das hab ich gemacht als der Motor raus war. Ich kann nochmal mit der Fettpresse ran.
5-Wann war der letzte Ölwechsel der vorderen Stoßdämpfer?
Keine Ahnung aber das Öl zu wechseln ist sicher kein Fehler.
6-Sind die vorderen Federn mal vermessen worden - Verschleißgrenze?
Nein, noch nicht. Wenn der Tacho zum Mopped passt (ca 30TKM) dann müsste es meiner Meinung noch passen. Die könnte ich aber doch oben aus der Gabel rausziehen und mal messen, das müsste glaube ich gehen ohne alles auszubauen.
7-Schon mal über bessere Wirth-Federn für die Gabelholme nachgedacht?
Ja.

Ergo: Ich werde wohl doch mal einen Samstag investieren um auch die Gabel auseinanderzunehmen. Die hatte ich noch nicht in den Fingern, weil sie dicht ist. Aber vielleicht vorher messen, sonst hab ich die Federn in der Hand ohne einen Ersatz.
Dann kann ich auch gleich mal wie von Dominik vorgeschlagen nach den Bremsbelägen schauen. Die Bremswirkung ist mir eh nicht geheuer.
Gerade nochmal rumprobiert: Es ist mittlerweile ein deutliches Knarzen zu hören wenn ich rein im Stand die Bremse ziehe.

Was die hinteren Dämpfer betrifft versuche ich mal die Federvorspannung zu ändern (wenn ich das recht begriffen habe ist sie tatsächlich auf hart eingestellt) und teste ob ich einen Unterschied (im Ansprechen) spüre.

@Dominik
Exakt wie du es mit dem Düsenstock beschrieben hast hab ich es auch versucht.
Ich habe jetzt kein Bild (muss ich beim nächsten Mal machen), aber es sieht aus als ob der ganze Bereich in dem der Düsenstock steckt etwas "angefressen" wäre.
Es gibt zwar keine Löcher, aber die Oberfläche ist rau - sieht sogar aus wie leicht porös -. Vielleicht wurde der mal mit was Aggressivem gereinigt. Irgendwo hab ich das schonmal gesehen, finde die Schublade in Gedächtnis aber nicht.

Dass sie zu fett ist war direkt nach dem Einbau des Kits (vorher war ich ziemlich sicher weil sie im Sprint ertränkt wurde) mehr ein Gefühl. Sie drückt von unten raus ganz schön, lässt dann aber mit zunehmender Drehzahl nach.
Ich muss aber zugeben, dass ich noch nicht wirklich in höheren Drehzahlgefilden unterwegs war.
Es muss erstmal alles halten, dann taste ich mich weiter vor.
Sie läuft mir auch zu einfach an (das klingt jetzt schon arg blöd ;D ), ich brauche nie eine Choke. Bevor ich aber daran weiterbastle werde ich nochmal ein paar Kilometer abspulen.

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Re: Back on track, aber noch genug zu tun

Beitrag von torstili65 » 3. Juli 2018, 10:16

bei den trommelbremsen hilft sehr oft REINIGEN .......alles mal auseinanderbauen......den alten bremsstaub raus ,der sammelt sich da,weil er nirgends hinkann....... und auch mal alle bolzen und gelenke bissl fetten...... die bremsbeläge auch mal leicht überschmirgeln ....... dann kann man auch mit ner trommelbremse erstaunlich gut bremsen ......... DOCH ;DA GEHT WAS
nettes wetter für alle

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Re: Back on track, aber noch genug zu tun

Beitrag von Ölfinger » 5. Juli 2018, 21:18

Kurzes Update...

Ich habe mal mit der vorderen Bremse angefangen.
Die Bremsbeläge sehen wie neu aus, kaum Dreck in der Trommel. Ich habe sie noch etwas angeschliffen.

Die Überraschung kam aber schon vor dem Ausbau des Rads (leider nur eine weitere bei dem Moped).
Die Gabel hatte ich ja bisher nicht angefasst und ich wusste ja irgendwann, dass ich damals eine Bastelbude gekauft habe... aber verdammt das Ding ist doch eine Gabel von der 250er oder!?
gabel.png
Das "Klonk" kommt dann vermutlich von der anderen Seite weil die Achse im linken Tauchrohr nicht geklemmt wird und auch nicht (mehr?) geschraubt wird (zumindest ist kein Gewinde drin) und dementsprechend Spiel da ist. Vielleicht fehlt auch ein Teil.

Ich werde mich wohl als nächstes auf die Suche nach einer Gabel machen (hat einer eine gute übrig?).
Wie finde ich denn noch raus, was ich noch brauche. Ob das Rad nicht auch noch von einer 250er ist?
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Dominik
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Re: Back on track, aber noch genug zu tun

Beitrag von Dominik » 6. Juli 2018, 15:17

Eine gute Gabel kann ich dir schicken.Schreib mir bei Bedarf einfach eine PN.

Ölfinger
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Re: Back on track, aber noch genug zu tun

Beitrag von Ölfinger » 17. Juli 2018, 21:45

Nochmal ein Update als Feedback.

Eine Gabel konnte ich im mittlerweile im Forum organisieren und sie ist demnächst unterwegs zu mir.
Die Bremse scheint sich verbessert zu haben - das Anschleifen der Beläge hat wohl geholfen.
Den hinteren Dämpfern habe ich einen Tropfen Graphite spendiert, sie sind aktuell auf der mittleren Einstellung.
Im Fahrbetrieb ist alles gut, aber kurze Stösse geben sie trotzdem noch direkt weiter. Naja, damit kann ich vorerst leben.
Die Schwinge hat ihr Fett auch abbekommen.
Nicht so gut: Beim Gaswegnehmen (nur im Schiebebetrieb) gibt es laut Hinterherfahrer etwas blauen Rauch. Das könnten die Ventilschaftdichtungen sein - da hab ich nix dran gemacht oder kontrolliert.
Das gefällt mir nicht, aber "nur" deswegen werde ich den Motor nicht gleich wieder zerlegen.
Das Ventilspiel habe ich auch nochmal kontrolliert - ich hatte ein bischen zuviel Spiel am Einlass.

Natürlich gabs dann auch schon einen neuen Defekt. Die Geschwindigkeitsanzeige ist zunächst komplett ausgefallen, nach einer Weile ist die Nadel lustig zwischen richtiger und halber Geschwindigkeit gependelt und aktuell scheine ich zuverlässig die halbe Geschwindigkeit angezeigt zu bekommen.
Nachdem was ich hier im Forum gefunden habe tippe ich auf einen Zusammenbaufehler und diese ominöse Blech. Mit der falschen Gabel ist der Radeinbau etwas umständlich abgelaufen.
Die Tachowelle ist auch ziemlich ungünstig verlegt, aber um das zu ändern muss ich erst unten die defekte Schraube loswerden (tatsächlich reicht es bei der aktuellen Verlege"kunst" nicht sie oben zu lösen).
Aber: Wenn es nicht am Tacho selbst liegt ist das Problem sicher in den Griff zu bekommen.

Noch eine Frage an die Experten:
Die Maschine im Honda Collection Hall Video (Ich habs in der Videosektion verlinkt: viewtopic.php?f=49&t=13662) hat dieses ausgeprägte "wuuiiiu" Geräusch beim Gasgeben im Leerlauf.
Auch meine Kiste hat dieses relativ gut wahrnehmbare Geräusch wenn auch nicht ganz so extrem wie im Video.
Ich stufe es als "fast normal" ein, denn ich kenne es auch mal mehr und mal weniger von fast jedem Motor, bin aber nicht ganz sicher.
Wo kommt das her? Primärantrieb, Lichtmaschine? .. oder doch von einer zu straffen Kette der Ausgleicherwelle?

Grüsse!

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