Gebackene Nockenwellen

Hier kann über alles Mögliche geplaudert werden was mit und um unsere XL zu tun hat

Moderator: Kristian

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hbmjka
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Gebackene Nockenwellen

Beitrag von hbmjka » 30. November 2018, 19:49

Hallo!

Mir war mal wieder nach Experiment. :D :D :D

Gebackene Nockenwellen und Kipphebel. Mit MOS beschichtet und zwei Stunden

bei 200 Grad im Backofen geröstet - lecker. Mal sehen ob und wie lange das hält.

Passieren kann nichts - ist dann eben Molybdänsulfid Ölzusatz.

Gruß Heinz
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Re: Gebackene Nockenwellen

Beitrag von hbmjka » 30. November 2018, 19:50

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Re: Gebackene Nockenwellen

Beitrag von Kristian » 2. Dezember 2018, 20:17

Heinz backt Kekse zum 1. Advent! :D

Ist sicherlich eine spezielle Beschichtung auf EP-Basis die du nach Anleitung verarbeitet hast.
Wie heisst das Zeug?
Stell mal einen Link zur Produktbeschreibung rein!

Ob das wirklich eine verschleissfeste Schicht auf die Nocken und Kippis zaubert zweifle ich etwas an.
Ich bin aber sehr gespannt auf deine Testergebnisse!
Bub, bub, bub...

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Re: Gebackene Nockenwellen

Beitrag von hbmjka » 2. Dezember 2018, 20:48

Hallo Kristian!

Hab ich von Scheuerlein - die beschichten auch Kolben damit. 8)

Zu finden bei interessante und wichtige Adressen. Mittels Airbrush aufgebracht. :idea:

Bei den von mir beschichteten Teilen ist die Menge verschwindend gering -

kaum zu merken das aus der Dose was fehlt.

Die Nockenwellen zum beschichten auf Gewindestange gesteckt und mittels Bohrmaschine langsam drehen lassen.

Allerdings sollte man - wenn es denn möglich ist - nicht den Backofen für den

Weihnachtsbraten wählen. :wink:

Gruß Heinz
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Re: Gebackene Nockenwellen

Beitrag von Schruuber » 3. Dezember 2018, 13:14

Hallo,
interessantes Experiment :) .
Aber was nützt es, wenn dann die Gleitlager im Zylinderkopf nicht ebenfalls beschichtet oder gehärtet werden können?
Bei mir im Betrieb habe ich die Möglichkeit Nockenwelle und Kipphebel im Salzbad zu nitrieren.
Sie würden dann halt den Zylinderkopf mit Deckel überleben.

Gruß, Alex
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Re: Gebackene Nockenwellen

Beitrag von hbmjka » 3. Dezember 2018, 13:23

Hallo Alex!

Es hält dich niemand davon ab die Gleitlagerflächen auch zu beschichten.

Kannst alles mögliche beschichten was 150 Grad 2 Stunden im Ofen aushält. 8)

Oder bei 200 Grad eine Stunde.

Gruß Heinz
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Re: Gebackene Nockenwellen

Beitrag von volkerxl » 3. Dezember 2018, 19:24

Heinz, mache das doch mal mit dem zy kopf :wink:
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Re: Gebackene Nockenwellen

Beitrag von hbmjka » 3. Dezember 2018, 19:46

Könnte ich beim zweiten 600'er machen - der erste läuft ja schon.
Das wird aber erst nächstes Jahr was.
Sollte jemand machen der mehr Kilometer im Jahr fährt - ich bleibe doch immer unter 1000.
Nicht zu dick auftragen sonst klemmt die Nw.
Auch interessant wenn schon leichte Riefen drin sind.
Und das Zeug ist gar nicht mal soo teuer.
Gruß Heinz
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Re: Gebackene Nockenwellen

Beitrag von Jörg » 3. Dezember 2018, 21:48

Hey Axel, du bist mein Mann.
Bitte wenn es geht die Lösung mit ihren Zutaten beschreiben, Temperatur etc.
Bin bei meinem Nitriren Projekt nicht weiter gekommen, da man nur sehr schwer Infos bekommt, was da drinne ist bei vieviel Grad etc.
Hoffe auf wertvolle Infos. Kann ja kein Hexenwerk sein und zum Mond will ich mit so einer Nocke auch nicht.
Gruß Jörg

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Re: Gebackene Nockenwellen

Beitrag von hiha » 4. Dezember 2018, 10:46

Ich hab mit sowas auch schon experimentiert, aber auf Nocken und Kipphebeln hats nicht gehalten, da ist die Belastung einfach zu groß.
Für die Gleitflächen im Kopf funktionierts bestimmt, eignet sich aber nur zur Vorbeugung, nicht zur Reparatur, ausser es sind nur ein paar Kratzer.

Zum Nitrieren: Graugussnockenwellen wie sie in den XLs verbaut sind, werden langzeit-gasnitriert. Salzbad ist mehr was für Stahlteile, da müsste man mal fragen ob das bei Grauguss überhaupt vernünftig geht. Die Kipphebel sind hartverchromt, da ist nitrieren nix. Da der Nitriervorgang bei 450-550°C abläuft ist danach die darunterliegende einsatzgehärtete Schicht weich, und die dünne Nitrierschicht bricht ein. Man müsste also erst die Hartchromschicht entfernen, die Gleitflächen mit etwas Hochlegiertem, was beim Nitrieren nicht weich wird, mindestens 1-1,5mm dick aufschweißen, formschleifen und dann erst nitrieren. Da kann man aber dann gleich mit Stellite o.Ä. aufschweißen, das braucht nicht nitriert werden und ist dazu vom Verschleißverhalten günstiger.

Gruß
Hans

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Re: Gebackene Nockenwellen

Beitrag von Gabriel » 4. Dezember 2018, 14:44

hey Jungs

das ist 1 interssantes Thema, besser als Plätzchen backen.
Ich finde es gut Lösungen zu präsentieren oder zu erarbeiten, die zum Selbermachen (auch) für Zuhause geignet sind.
Bitte weiter so.
Gruß Gabriel
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Re: Gebackene Nockenwellen

Beitrag von Kristian » 4. Dezember 2018, 18:34

Als DIY-Lösung ist dann wohl nur das aufschweißen von Hartmetallplättchen (wie Stellite) sein.
Ist aber vom Aufwand her auch nicht ohne...
Bub, bub, bub...

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Re: Gebackene Nockenwellen

Beitrag von Schruuber » 4. Dezember 2018, 18:40

Nitrieren ist natürlich nicht in der Hobbywerkstatt machbar. Bei den eingesetzten Carbonaten entsteht unter anderem hochgiftiges Zyanid.
Generell kann man alle Stähle , auch Gußeisen, nitrieren.
Ich hatte schon neue Nockenwellen (auch Mugen), die nitriert waren.
Bei den Kipphebeln würden wahrscheinlich nur die ohne Hartverchromung in Frage kommen. Die könnte man auch partiell härten.
Meine Frage wäre, ob wir in absehbarer Zeit ein Ergebnis ohne Mikroskop erhalten würden ?
Grüß, Alex
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Re: Gebackene Nockenwellen

Beitrag von hiha » 5. Dezember 2018, 08:44

Wie gesagt: Grauguss tut man gasnitrieren. Kann man daheim eh nicht machen, ist auch weitgehend ungiftig, solang man nicht im Ofen liegt. Ist heute bei Graugusswellen standard.
Die Kipphebel ohne Hartverchromung haben ein aufgelötetes/Ultraschallgeschweißtes Plättchen aus einem Hartstoff. Das ist bereits hart, man muss es, wenn es verschlissen ist, nur nachschleifen. Selbst wenn der Kipphebel blau gelaufen ist, sollte das Plättchen noch ausreichend gute Laufeigenschaften haben. Nachschleifen heisst nicht, an den Bandschleifer drücken.
Nochwas: Härte allein ist nicht das Problem, sonst könnte man gehärteten Stahl ohne Hartchrom ja prima laufen lassen. Das lebt aber nicht lang, egal wieviel Öl hingespritzt wird.
@Kristian:
Plättchen aus hochlegiertem Werkzeugstahl oder auflöten könnte man, das muss man danach aber noch geometrisch schleifen und läppen. ICH möchts nicht mehr machen, da sehr großer Zeitaufwand.
Beim Auftragschweißen mit Schnellstahl, Stellite oder NiCrBSi ists das Gleiche, man braucht nur etwas weniger Vorarbeit.
So lange es aufgeschweißte Kipphebel aus USA im Austausch gibt, und man sie auch irgendwie nach Deutschland kriegt, halte ich dahingehende Überlegungen für überflüssig, denn die sind von erstklassiger Qualität und eigentlich auch recht preisgünstig...

Hans

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Re: Gebackene Nockenwellen

Beitrag von Kristian » 5. Dezember 2018, 15:35

Danke für Deine ausführlichen Hinweise!

Ja, der Aufwand die Kippis zu retten ist enorm und natürlich völliger Quatsch wenn es noch welche mit HM-Flächen in den USA gibt.

Viel wichtige wäre es, die Kopf-Rettung a la toqunare kostenoptimiert serienreif hin zu bekommen. Haben wir doch alle irgendwo noch ein, zwei schrottige Köpfe rumliegen...
Bub, bub, bub...

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