Projekt 570-ccm-Motor

Schneller und Besser! Das wie und warum..... oder warum nicht....

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Dominik
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Projekt 570-ccm-Motor

Beitrag von Dominik » 27. September 2004, 10:23

Hallo zusammen,

Thema dieses Threads ist es einen XL-Motor mit einem 95mm-Kolben aufzubohren, möglichst optimal abzustimmen und hoffentlich standfest hinzubekommen.

Leider habe ich keine Ahnung, wie man das macht :(. Erik (www.alttec-classics.com) hat sich aber freundlicherweise dazu bereit erklärt, mich mit Rat und Tat zu unterstützen :) .

Ich bin nicht der erste, der soetwas plant - aber vielleicht auch nicht der letzte. Im Moment gibt es nur einen Anbieter, der ein entsprechendes Aufbohrkit für die XL 500 anbietet. Ich will es aber lieber zusammen mit Erik und diesem Forum versuchen, weil mir der Ruf dieses einen Anbieters etwas zweifelhaft scheint. Außerdem ist es eine klasse Gelegenheit Erfahrungen auszutauschen :) .

Nun aber zum Thema. Erik hat in einem anderem Thread geschrieben:
Wenn wir den Motor aufbohren wollen, muss er eh komplett
auseinander, ich würde das Teil also von 0 aufbauen wollen, da das als Grundlage für weitere Massnahmen erforderlich ist. Die Basis muss stimmen.
Auf jeden Fall! Stand der Dinge ist dieser: Ich habe mir bislang einen FT-500-Rumpf besorgt. Schien mir wegen des Ölfilters und des etwas größeren Ölvorrats günstiger. E-Starter-Geschwür soll aber entfernt und Kickstarter eingebaut werden. Passende Kickstarterwelle mit (rechtem) Seitendeckel habe ich ebenfalls parat. Lichtmaschine will ich von XL5R nehmen. Soll robuster sein (und hat 12V). LM, Rotor und linken Seitendeckel muss ich aber erst noch besorgen.

Ich hoffe, soweit gibt es keine Bedenken. Teile müssten ja passen.

Zylinder, -kopf, -deckel und Kipphebel (E-Bay) sind noch unterwegs und müssen noch geprüft werden. Zylinderbuchse habe ich bei Wössner bestellt (weißt Du ja), ist aber auch noch unterwegs. Bin also noch ein bißchen am Teile sammeln.

Vielleicht sollten wir die Zeit nutzen, ein paar Planungsdetails zu klären, bevor es ans Eingemachte geht:

- Bei dem Wössner-Kolben bin ich mir nun doch wieder recht unsicher. Vermutlich kommen zu den 256 Euro für die Einzelanfertigung noch einmal ca. 60 Euro für Ringe und ein paar Euro für den Bolzen dazu. Muss ich am Montag noch einmal abklären - habe ich am Donnerstag in meiner ersten Euphorie nämlich gar nicht dran gedacht. Mit insgesamt 300-irgendwas-Euro nur für den Kolben wäre dann aber jedes Budget gesprengt. Dann würden doch wieder Wiseco oder JE-Kolben in die engere Wahl rücken.

- Pleuel: Würde es wegen der Kosten am liebsten mit Serienteilen probieren. Natürlich gibt es noch Carillos - aber die sind extrem teuer. Daneben gäbe es noch die Möglichkeit, die Orginal-Pleuel zu bearbeiten: Kugelstrahlen und polieren soll die Zähigkeit erhöhen. Soll ich mich da mal versuchen schlau zu machen? Hat jemand eine Meinung dazu?

- Pleuellager: Auch wenn ich noch nie Probleme damit hatte, sollen die Dinger ja auch gelegentlich Ärger bereiten. Gibt es eine Möglichkeit, die Lager zu überarbeiten? Welches Pleuellager ist denn eigentlich das problematischere? Das obere oder das untere?

Freue mich über alle Anregungen,

Dominik
Zuletzt geändert von Dominik am 5. November 2004, 22:58, insgesamt 2-mal geändert.

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peter
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Beitrag von peter » 27. September 2004, 12:24

hallo dominik,

der original pleuel inkl. die pleuellager oben und unten, sofern noch gut im schuss, dürfte in jedem falle reichen.

hab auch einen original-pleuel drin.


gruss peter

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alttec
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Beitrag von alttec » 27. September 2004, 13:00

Moin,

also fangen wir mal an. Ich würde lieber einen R Motor nehmen, allein schon wegen des Stils, ich mag die FT Motoren nicht im R Rahmen leiden. Ich habe einen Rumpfmotor hier liegen, den würde ich für die Aktion spenden. Den Rumpfmotor würde ich komplett zerlegen und dann die Kurbelwelle überarbeiten lassen, Pleuel ausbuchsen und in dem Rahmen gleich ein verstärktes Pleulfusslager einbauen. Dann ist von der Seite aus Ruhe und da der Motor sowieso mit einem Ölkühler ausgerüstet werden muss, dürfte der Ölhaushalt keine Sorgen mehr bereiten.

Ich denke wir sollten einen 38er Vergaser benutzen, den kannst Du schonmal versuchen aufzutreiben. Es besteht die Möglichkeit bei einem 560er genau 566ccm einen 38er bis 45er Vergaser zu verbasteln. Allerdings muss der Ansaugtrackt angepasst werden. Im Kopf selber kann man nicht mehr viel machen, da die Ventile parallel angeordent sind und dort nicht mehr viel Platz ist die Ventile zu vergrössern, daher lohnt sich der Aufwand nicht. Der Brennraum muss allerdings auf die Grösse des Zylinders angepasst werden.

Ich würde einen Wiseco Kolben Satz in 95mm vorschlagen, den gibt es standardmässig. Die Buchse hast Du ja bestellt, da würde ich noch einen Zylinder spendieren in den die Buchse eingarbeitet wird.
Schöne Grüsse

Erik (ALTTEC)

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Dominik
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Beitrag von Dominik » 27. September 2004, 14:21

Hi Erik,

und schon geht's los. Cool!
Ich würde lieber einen R Motor nehmen, allein schon wegen des Stils, ich mag die FT Motoren nicht im R Rahmen leiden.
Ich gebe zu, der FT-Rumpf hat keinen Vorteil - außer einen: Er hat einen richtigen Ölfilter. Außerdem durch die Ölwanne einen geringfügig größeren Ölvorrat und eine etwas bessere Kühlung. Ich gebe zu: Auch der Ölkühler wird den Ölvorrat vergrössern (und die Kühlung sowieso). Aber doppelt gemoppelt schadet auch nicht.

Auf die verlorene Bodenfreiheit (durch die Wanne) kann ich verzichten, weil ich ohnehin nur Straße fahre.

FT-Optik will ich natürlich auch nicht haben. Will den Motor deswegen auf Kickstarter umrüsten und mit Lima und -Rotor von XL5R ausrüsten. Die Motorentlüftung wird wieder XL-konform zurückgerüstet. Seitendeckel kommen von R (links) bzw. S (rechts - mit passendem Zündimpulsgeber). Der Motor sieht dann - bis auf die Ölwanne - wie ein XL-Motor aus. Nur mit Feinfilter fürs Öl!

Apropos Motor und Optik: Fahre ja eine S. Am liebsten hätte ich deswegen einen silbernen Motor. Macht das vom Wärmeaustausch einen großen Unterschied?
Den Rumpfmotor würde ich komplett zerlegen ...
Ist schon zerlegt. KW ist auch schon vermessen. Scheint ganz gut zu sein: < 2/100 Schlag am linken Kurbelwellenstumpf gemessen. Seitliches Pleuelfussspiel 0,2 - 0,25 mm. Kein fühlbares Pleuelfussradialspiel (messen konnte ich es nicht, weil ich den Messaufbau nicht kapiere :( ). Lager haben auch kein fühlbares Spiel - ich denke, die sollten wir aber als typisches Verschleißteil auf Verdacht tauschen.
... und dann die Kurbelwelle überarbeiten lassen, Pleuel ausbuchsen und in dem Rahmen gleich ein verstärktes Pleuelfusslager einbauen.
Klingt gut.

Viele Grüße,
Dominik

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Beitrag von Dominik » 27. September 2004, 14:30

Ich denke wir sollten einen 38er Vergaser benutzen, den kannst Du schonmal versuchen aufzutreiben. Es besteht die Möglichkeit bei einem 560er genau 566ccm einen 38er bis 45er Vergaser zu verbasteln.
Was hat denn der Vergaser der XR500, BJ. '79-'81 für einen Durchmesser? Kennt sich da jemand aus?
Da hätten wir es vermutlich mit Ansaugstutzen und -Trakt am einfachsten.
Im Kopf selber kann man nicht mehr viel machen, da die Ventile parallel angeordent sind und dort nicht mehr viel Platz ist die Ventile zu vergrössern, daher lohnt sich der Aufwand nicht. Der Brennraum muss allerdings auf die Grösse des Zylinders angepasst werden.
Wie sieht es denn mit einer Quetschkante aus? Die XL kennt so was ja gar nicht oder irre ich mich?

Viele Grüße,
Dominik

Viele Grüße,
Dominik

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Beitrag von alttec » 27. September 2004, 15:43

Hallo Dominik,

dann haben wir ja die ersten Fakten:

- FT Motor
- Kubelwelle so lassen
- aufgearbeitete Teile kommen dann von Dir

Motor in sileber ist auch ok, würd ich aber nicht lackieren sondern dann so lassen.
Schöne Grüsse

Erik (ALTTEC)

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Beitrag von Dominik » 27. September 2004, 16:47

Neues von Wössner: Der Kolben kommt zum genannten Preis inkl. Ringe, Bolzen und Clips.

@Erik:
Was meinst Du: Wollen wir auch noch gleich eine Kolbenneukonstruktion wagen, oder wird das zu kompliziert? Bezahlen würde ich es schon.

Viele Grüße,
Dominik

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Beitrag von Dominik » 27. September 2004, 16:55

- Kubelwelle so lassen
Gut, versuchen wir unser Glück mit den Serienteilen! Wenn das Pleuellager nach 5 TKM klappert, wissen wir wenigstens, woran es lag :D - soll ja schließlich ein Experiment sein.

(Notfalls haben wir auch immer noch Zeit, es uns noch einmal anders zu überlegen. Wir bauen die KW ja nicht morgen ein).

Viele Grüße,
Dominik

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Beitrag von alttec » 27. September 2004, 19:22

Hallo Dominik,

warum das Rad neu erfinden, wenn es schon Produkte auf dem Markt gibt die sich bewährt haben. Die Entscheidung liegt letzten Endes bei Dir aber ich würde das Projekt nicht mit noch mehr Unbekannten Faktoren bestücken wollen.
Schöne Grüsse

Erik (ALTTEC)

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Beitrag von peter » 27. September 2004, 19:48

hallo zusammen,

würde auf jedenfall einen 79 kopf einbauen oder das neuere modell auf nockenwellenrillen umrüsten.

mein 38 er vergaser hat sich in jedem fall bewährt und ich denke das ist das minimum an durchmesser das verbaut werden sollte.

dem ansaugtrackt ( gummi vergaser / zylinder) ist auch beachtung zu schenken leichtes aufschleifen zwecks gemischflussoptimierung kann nie schaden , auch der übergang zwischen zylinder und gummi beachten.

habt ihr euch schon gedanken gemacht welche nockenwelle ihr verbauen wollt ?

leider gibts die moriwaki welle nicht mehr aber die amis haben ja mit der nadelgelagerten welle bis zu 3 varianten im bezug auf ventilhub und kennlinie.

hab noch eine brauchbare Z/A modell rumliegen die bei interesse umgeschliffen werden könnte.

gruss peter

Gast

Beitrag von Gast » 27. September 2004, 20:13

Hi Erik,
warum das Rad neu erfinden, wenn es schon Produkte auf dem Markt gibt die sich bewährt haben.
Da ist was Wahres dran. Die Wisecos scheinen bei Peter ja auch gut zu laufen. Habe auch in anderen Foren nichts schlechtes darüber gelesen. Wössner hat sie früher auch verbaut. Ist also bestimmt nichts gegen zu sagen.
Die Entscheidung liegt letzten Endes bei Dir
Ich sehe es so: Die Einzelanfertigung würde nur Sinn machen, wenn jemand eine zündende Idee hätte, was man an dem Kolben neues ausprobieren/verbessern kann. Dann würde ich mich schon trauen, das Geld in ein Experiment zu investieren.

Falls sich niemand findet, nehmen wir natürlich lieber bewährte Ware von Wiseco.

Viele Grüße,
Dominik

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Beitrag von peter » 27. September 2004, 20:20

hallo dominik,

hab keinen wiseco drin !

habe einen mahle drin mit einbauspiel 4-5/100mm was recht wenig ist !

wenn wirs den schon genau nehmen ergibt der 95mm kolben genau 567.056995 ccm.


gruss peter

Gast

Beitrag von Gast » 27. September 2004, 20:36

Hi Peter,
würde auf jedenfall einen 79 kopf einbauen oder das neuere modell auf nockenwellenrillen umrüsten.
Habe ich auch schon gehört, dass die alten Köpfe die Besten sein sollen. Einen 79er Kopf müsste ich aber erst besorgen. Habe im Moment einen Haufen Altmetall bei E-Bay ersteigert (siehe hier). War konkurrenzlos günstig - ich erwarte allerdings auch entsprechenden Zustand. Sollte aber nicht so schlimm sein, weil ja auch die Nockenwellenlager-Kur teil des Experiments ist.

Ich glaube Nockenwellenrillen können wir uns schenken, wenn auf Rollenlager umgerüstet wird.
mein 38 er vergaser hat sich in jedem fall bewährt und ich denke das ist das minimum an durchmesser das verbaut werden sollte.
Was ist das denn genau für eine Sorte? Von welchem Motorrad stammt der ursprünglich? Habe vorhin schon kurz mit einem XR-Vergaser geliebäugelt - der scheint aber gar nicht größer zu sein.
dem ansaugtrackt ( gummi vergaser / zylinder) ist auch beachtung zu schenken leichtes aufschleifen zwecks gemischflussoptimierung kann nie schaden , auch der übergang zwischen zylinder und gummi beachten.
Weißt Du noch, ob ihr damals den orginalen Ansaugstutzen genommen und bearbeitet habt? Oder einen ganz anderen?
habt ihr euch schon gedanken gemacht welche nockenwelle ihr verbauen wollt ?
Erik mehr als ich. Es gibt die Möglichkeit, Nockenwellen individuell, genau auf den Hubraum abgestimmt, zu berechnen (s. hier). Allerdings kostet allein die Berechnung ca. 300 Euro und einen Mitstreiter konnte ich bislang noch nicht finden. Notfalls müssen wir halt probieren.
hab noch eine brauchbare Z/A modell rumliegen die bei interesse umgeschliffen werden könnte.
Das wäre Klasse! Wenn bei dem Schrotthaufen von oben nicht zufällig was brauchbares dabei ist, könnte ich die gut gebrauchen. Habe mir vor 'nem Monat bei E-Bay eine ersteigert, die ist aber völliger Schrott :(

Viele Grüße,
Dominik

Gast

Beitrag von Gast » 27. September 2004, 20:38

@Peter
Sorry, stimmt. Du hast ja einen Mahle ... hatte ich ganz vergessen.

:oops: ,
Dominik

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Beitrag von Dominik » 27. September 2004, 20:40

... und eingeloggt war auch nicht.

:oops: :oops: :oops: ,
Dominik

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