Megacycle Nockenwelle Schrott

Schneller und Besser! Das wie und warum..... oder warum nicht....

Moderator: Kristian

Re: Megacycle Nockenwelle Schrott

Beitragvon xl500doktor » 28. Mai 2017, 12:28

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Hallo Hans,

ich habe dir hier noch weitere Bilder meiner Nockenwelle angefügt. Definitiv ist das eine Stahlwelle und ich denke zu 100% nicht das da irgendetwas aufgeschweißt wurde. Möglicherweise wurde die Pittingbildung durch falsches Öl (10W-40) oder durch zu hohe Flächenpressung hervorgerufen. Dennoch steht zudem ja auch immer noch das Problem der extrem eingelaufenen Welle-dort wo die Nadellager sitzen- im Raume. Ich habe gestern nur ganz kurz mit "Haushaltsmitteln" den Vordruck der R/D Aussenfeder ermittelt. Die Aussenfeder hat einen Vordruck von 18,5-20KG-(Honda Original 13,5kg) Möglicherweise sind die für das Megacycle Kit empfohlenden Federn zu stark. Fragen über Fragen. Denke nicht das ich noch einmal dieses Projekt riskiere. Auch wenn ich im Vorfeld von Megacycle eigens aufgeschweißte Kipphebel verbaut hätte wären die Einlaufschäden an der Welle entstanden. Ich würde den Amis am liebsten mal die Bilder schicken aber ich finde derzeit keine mail Adresse. Auch werde ich mal versuchen bei Schrick anzufragen ob die solch eine Welle herstellen könnten-Dann besteht aber immer noch das Kipphebelproblem im Raume-Materialpaarung! Herr Mühlbauer von https://www.single-power-racing.com/shop/ verwendet bei seinen Einzylinder Rennern teilsynth. 20w-50 in einer mail an mich. Er sagt er hätte solch einen Schaden selbst noch nicht gesehen. Aber ist er mit seiner Renn XL schon 5000km gefahren?...

Gruß
Volker
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Re: Megacycle Nockenwelle Schrott

Beitragvon xl500doktor » 28. Mai 2017, 12:43

Hier noich einmal die ersten Pittingbildungen aum Aussenrand des Nockens.
Gruß
Volker
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Re: Megacycle Nockenwelle Schrott

Beitragvon xl500doktor » 28. Mai 2017, 12:45

Nochmal für Hans (Hiha)
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Re: Megacycle Nockenwelle Schrott

Beitragvon hiha » 29. Mai 2017, 06:43

Danke für die Fotos.
Von hier aus würd ich sagen, dass die nicht aufgeschweißt sind. Ohne Gewähr.
FALLS sie nicht aufgeschweißt, sondern aus nacktem Stahl sind, ist die Verwendung von aufgeschweißten Megacycle-Hebeln sehr wichtig. Stahl läuft mit dem Hartblock-Zeugl nicht gut zusammen. Eher noch mit den älteren HartCHROM-Hebeln. Ausserdem sollte man unbedingt den roten Baaz auftragen, den Megacycle zur initialschmierung mitliefert. (Redline Assembly Lube) Für kritische Nocken mit hoher Pressung (besonders f. Turbomotoren mit Vergaser) empfehlen die ja auch, den Ventiltrieb nur mit den inneren Federn ein Stünderl einlaufen zu lassen. Das ist kein Schmarrn, wie ich mittlerweile weiß.

Ich kenn den Mühlbauer Hans (Servus, falls Du hier mitliest! :-) ) , wir haben uns erst vor drei Wochen auf der Rennstrecke gettroffen und sogar ein bisserl Zeit zum Ratschen gefunden. Da der Hans recht viel zum Fahren kommt, und ein Wochenende auf der Rennstrecke zwischen 500 und 800km abwirft, könnte ich mir schon vorstellen, dass er die 5000km schon komplett hat. Mein Neid ist mit ihm. :D

Der etwas höhere Anfangsdruck von 200-250N ist in Ordnung, er verhindert "bouncing", also das Prellen der Ventile beim Aufsetzen. Entscheidend ist aber der Federenddruck. War da ein Einbaumaß vorgeschrieben? Letztlich ist das jetzt wurscht, weil die Nocke dadurch auch nicht mehr heilt, aber für die Zukunft wärs wichtig. Man sollte die Kräfte mal im eingebauten Zustand messen, wenn man nicht sehen kann, ob z.B. die innere Feder auf Block geht.

Die Nocken könnte man nochmal nachschleifen, nur für die Welle fällt mir auf Anhieb nicht viel ein. Zum Aufschweißen/-spritzen ist sie mir etwas zu dünn. Alternative wäre, die Nockenwelle komplett neu zu machen, und das gleich aus einem hochlegierten Werkzeugstahl.(X210Cr12 oder sowas, den empfiehlt schon der seelige Apfelbeck) Die Nocken kann man noch kopieren, dafür schauen sie noch gut genug aus.

Gruß
Hans
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Re: Megacycle Nockenwelle Schrott

Beitragvon aonrobert » 29. Mai 2017, 17:00

hiha hat geschrieben:Stimmt hier aber nicht, denn die Nocken sind ja noch ziemlich gut, nicht aber die Flächen, auf denen das Nadellager abwälzt. Da diese Lagerart im wirklichen Leben mit Nebelschmierung auskommt, hat das mit Öl sicher nix zu tun. Ansonsten stimme ich Dir voll zu, besonders ZDDP, was heut wegen Kat-Vergiftung nicht mehr so reichlichwie früher im Öl zu finden ist, hilft unseren heissen Nocken zu überleben.
Ausserdem lasse ich die Schlussfolgerung "scharfe Nocke=hohe Pressung" nicht so einfach gelten. Ich kann eine Tuningnocke sogar so auslegen, sodass ich weichere Federn fahren darf als Original. Die höhere Pressung kommt dann nur wegen höherer Drehzahl an der Anstiegsflanke.


Zum MoS2-Öladditiv: Ich wär da vorsichtig, wegen Ausschleuderung in der Kurbelwelle, und Ablagerung an ungünstigen Stellen. Aber wenns bei Dir geht, ists ja gut.
Ich schütt (besonders bei selbstgefrästen Nocken und so experimentalzeugl) ganz gern das Redline brake-in-Additiv rein, da gibts einen Händler in D.
https://www.redlineoil.com/product.aspx?pid=121

Gruß
Hans


geb Dir recht, ist zu allgemein formuliert mit scharfe nockenwelle = hohen flächenpressung

guter einwand gegen das Mos2....hab mir zum testen ein Tb zinc von Lucas oil besorgt....auch ein break-in additiv.... ;D
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Re: Megacycle Nockenwelle Schrott

Beitragvon hbmjka » 2. Juni 2017, 11:17

Hier ein Bild der originalen Verpackung der defekten Nockenwelle.

NICHT aufgeschweisst.
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Re: Megacycle Nockenwelle Schrott

Beitragvon xl500doktor » 12. Juni 2017, 16:02

Hallo,
so, der Grund für den Schaden bzw. die extremen Einlaufspuren an den Lagerstellen/Nockenwelle der Nadellager ist geklärt. Die Welle wurde anscheinend überhaupt nicht gehärtet. Selbst mit einer stumpfen Feile war es problemlos möglich von den noch unbeschädigten Lagerstellen Material abzutragen, nahezu "Butterweich". -Danke an Megacycle USA- :evil:

Gruß
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Re: Megacycle Nockenwelle Schrott

Beitragvon hiha » 13. Juni 2017, 06:11

hbmjka hat geschrieben:Hier ein Bild der originalen Verpackung der defekten Nockenwelle.

NICHT aufgeschweisst.


Wieso NICHT? Da steht doch "hardfaced on billet core". Also hart aufgeschweißt auf Vollmaterial. Der Hartschweißwerkstoff ist allerdings (absichtlich) nicht so hart, dass man ihn nicht feilen könnte, seine Grundhärte liegt bei ca. 55-58HRC. Wie die das allerdings mit den Nadellaufflächen machen, weiß ich nicht.

Gruß
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Re: Megacycle Nockenwelle Schrott

Beitragvon cj » 13. Juni 2017, 16:56

hardfaced ist eher mit harter oberfläche zu übersetzen.
die laufläche für die nadellager sollte schon sehr hart sein und nicht feilbar. durchgehärtet wäre auch von vorteil weil dann das grundmaterial nicht nachgibt.
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Re: Megacycle Nockenwelle Schrott

Beitragvon hiha » 14. Juni 2017, 07:31

Mei, ich weiß halt, was die Megacykler mit hardfaced meinen. Wenn Du eine alte Nockenwelle hinschickst, wird die "hardfaced". Gleiches die Kipphebel. Und das bedeutet "hartauftragen".

Wenn Du Lust hast, schick mir die Welle. Die experimentellen Orthopäden von Nebenan können den Werkstoff analysieren. Die wären mir eh noch was schuldig, und es wär interessant, ob die was drauf haben ;-)

Gruß
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Re: Megacycle Nockenwelle Schrott

Beitragvon hiha » 4. Juli 2017, 06:51

Gibts hier was Neues?

Gruß
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Re: Megacycle Nockenwelle Schrott

Beitragvon hbmjka » 4. Juli 2017, 12:40

Hallo Hans!

Ich kann nur noch etwas zum "hardfaced" beitragen. Meine Nowe ist / war ein Neuteil -

nicht aufgeschweißt - allerdings ohne Nadellager im Kopf eingesetzt.

Die 144-00 ist eine etwas "zahmere" Welle als die 144-20.

Der rote Schmierstoff für die Erstmontage wurde mitgeliefert.

Die Welle habe ich von Hans Muehlbauer der eine "MC 144-21" auch in seiner Rennmaschine einsetzt.

download/file.php?id=6826&mode=view

Gruß Heinz
Zuletzt geändert von hbmjka am 4. Juli 2017, 13:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Megacycle Nockenwelle Schrott

Beitragvon hiha » 4. Juli 2017, 13:12

Woher weißt Du, dass sie nicht aufgeschweißt ist?
Wenn "Hardfaced on new billet core" draufsteht, kannst Du sicher sein, dass sie aufgeschweißt ist.

Gruß
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Re: Megacycle Nockenwelle Schrott

Beitragvon hbmjka » 4. Juli 2017, 13:57

OK - wieso kann man denn bei einem fertigen Teil nicht einfach die Oberfläche härten

und muss da nochmal etwas draufbraten - welchen geistigen Nährwert hat sowas?
===========


Frage:
Könnte man den Grundkreis der Nocken verkleinern ohne etwas anderes zu verändern. :eek: :unknown: :anonym:

Der Kipphebel sollte doch dort 0,05 bis 0,10 Luft haben - also diesen Teil gar nicht

berühren? :gruebel:

Gruß Heinz
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Re: Megacycle Nockenwelle Schrott

Beitragvon hiha » 4. Juli 2017, 14:52

hbmjka hat geschrieben:OK - wieso kann man denn bei einem fertigen Teil nicht einfach die Oberfläche härten
und muss da nochmal etwas draufbraten - welchen geistigen Nährwert hat sowas?

Einfache Antwort, die in Wirklichkeit ziemlich kompliziert ist:
Es ist ziemlich schwierig, die ungünstigen Laufbedingungen zwischen Gleitflächenkipphebel und Nockenwelle mit den geeigneten Werkstoffen in den Griff zu kriegen. Grauguss ist da gut, denn entweder mit Abschreckschalen in der Gussform zu weissem Grauguss erstarrt, oder nachträglich umgeschmolzen und gehärtet (induktiv- oder flammhärten) gibt das einen extrem guten Laufpartner für alles Mögliche. Grauguss ist aber nicht so "von der Stange" für diesen Zweck zu verwenden, und der Guss selbst ist bei Kleinmengen teuer.
Kompliziert wirds bei Stahl. Egal was man nimmt, ists immer problematisch, selbst hochlegierte Werkzeugstähle neigen zum Verschleiß, wenn sie gegen was Anderes wie Grauguss laufen. Moderne Beschichtungen sind hauchdünn, Hartchrom ist immer noch sehr gut, aber durch die höher werdenden Umweltauflagen sehr teuer, und auch nicht besonders dick.
Diese nickelbasierten, Chrom und Borhaltigen Hartbeschichtungsstoffe wie Megacycle und Webcamshafts nehmen, sind garnicht mal so hart, (56-58HRC) haben aber einen sehr niedrigen Gleitreibungsfaktor (es gibt keine reine Ölreibung bei Nocke/Kipphebel!) und niedrigen Verschleiß durch Boride und Chromverbindungen. Dazu kann man alte Nockenwellen recht einfach damit aufdoppeln, um höhere Nocken zu erzielen.

Frage:
Könnte man den Grundkreis der Nocken verkleinern ohne etwas anderes zu verändern. :eek: :unknown: :anonym:

Nein, irgendwas ändert sich immer, und wenns nur der Winkel der Einstellschrauben ist, wie sie auf die Ventile treffen. Man verkleinert auch nicht einfach nur den Grundkreis beim Umschleifen, sondern schleift entweder das alte Profil verkleinert, oder ein neues Profil drauf. Eigentlich müsste man auch drauf achten, dass sich durch den kleineren Grundkreis die Winkel der Nocken zueinander ändern müssen, um die gleiche Ventilerhebungskurve beizubehalten.
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