Hallo "kohai",
ich finde Deine Skizze klasse, denn sie verdeutlicht sehr plakativ, wie der Motor über die drei Aufhängungspunkte im Rahmen fixiert sein sollte.
Wie Du ja selbst feststellst, ist die Motorfixierung der XL 500 im oberen Bereich im Vergleich zur SR 500 viel kräftiger ausgeführt. Warum? Die SR besitzt afaik einen Einschleifenrohrrahmen mit geteilten Unterzügen. D.h. die Rahmenkonstruktion benötigt den Motor überhaupt nicht als mittragendes Element. Sie ist durch den Unterzugschleife hinreichend versteift. Der Motor wird von der Seite her reingeschoben und muß nur soweit fixiert werden, daß er eben, salopp ausgedrückt, nicht herumwackeln kann. Daher dürfte das Oberzugrohr dort auch schwächer ausgeführt sein.
Der Nachteil einer solchen Konstruktion ist, daß der Rahmen durch die Unterzüge schwerer ist als ein Einrohrrahmen. Außerdem steht bei gleicher Konstruktion weniger Bodenfreiheit zur Verfügung, was ja bei Geländemopeds ein wichtiges Argument ist. Für dieselbe Bodenfreiheit muß der Motor höher wandern, was aber mit einem höher liegenden Schwerpunkt bezahlt wird. Und endlos Platz nach oben gibt es ja auch nicht. Ziel bei der Entwicklung des XL-Motors war es unter anderem, durch einen möglicht niedrig bauenden Zylinderkopf Bodenfreiheit zu gewinnen! Darum auch die Gleitlager.
bei neuen maschinen sind die gewinde doch in ordnung, sollte man meinen. bei meiner übrigens auch.
Ja, eine mehr oder weniger große Zeit lang. Ich persönlich kenne keine XL 500, die nicht von selbst irgendwann angefangen hätte zu sabbern, sprich ihre Gewinde zu verabschieden. Bei meiner 250er hielt es etwa 10 Jahre, in denen der Motor auch nicht geöffnet wurde. Allerdings soll es Gerüchten zufolge auch Motoren geben, die dicht gehalten haben. Das dürfen aber die wenigsten sein.
Vielleicht gehört Deine ja dazu. Wieviel ist sie denn bisher gelaufen?
die kopfabstützung oben soll doch hauptsächlich seitliche stabilität bieten und keinen druck in der senkrechten aufnehmen.
Das sehe ich genauso. Wobei "hautsächlich" nicht "ausschließlich" meint.
Wie sich die wirkenden Kräfte wirklich verteilen, dürfte sich mit rein theoretischen Überlegungen allein nicht klären lassen. Unzweifelhaft ist, daß man einen möglichst steifes Fahrwerk haben möchte, was durch eine starre Fixierung des XL-Motors an allen drei Punkten am besten gewährleistet sein dürfte.
@Andi
kann nur sagen ich merk keine negativen Auswirkungen, das Fahrwerk fühlt sich nicht anders an auch bei hohen Geschwindigkeiten. Am Zylinderkopf ist sie dicht auch nach ca. 45000 km.
Anders als was? Hast Du den direkten Verleich? Die Geschwindigkeit ist dabei allerdings eh nicht interessant. Eher geeignet das zu erspüren wäre ein Slalom mit Beifahrer oder vollbeladen mit Gepäck (schnelle Richtungsänderungen) oder ein harter Geländeritt, eben Situationen, in denen das Fahrwerk richtig leiden muß.

Und: Es ist nicht so unwahrscheinlich, daß bei Deiner Kiste die Gewinde schon gemacht worden sind. Du bist ja offenbar nicht der Erstbesitzer, und ein XL-Motor mit 45000 Kilometern hat in der Regel schon einen oder mehrere Eingriffe erfahren. Hast Du die Haltebleche denn mitbekommen?
Viel Grüße
Harald