was man mit Ensats so alles falsch machen kann

Hier kann über alles Mögliche geplaudert werden was mit und um unsere XL zu tun hat

Moderator: Kristian

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timundstruppi
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Beitrag von timundstruppi »

Ja, aber der Drehmo-Schlüssel ist auch nicht alles. Wenn der Schlüssel mit dem sonst Radmuttern (110Nm) angezogen werden auf 10Nm stellt,´ist man nicht wirlich weiter....
Ich kenne da einige Spezies.
:wink: Gruß TW
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guenter HH
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Beitrag von guenter HH »

hiha hat geschrieben:

Ausserdem verringert sich bei Coils die Gewindereibung erheblich (um bis zu 90%!), was dazu führt, dass die vorgeschriebenen Schraubenanzugsmomente zu wesentlich höherer Zugspannung führen. Die Folge ist, dass man die Coils damit rauszieht. Nicht so fest zuschrauben bedeutet dann also nicht, dass die Schraubverbindung zu locker ist.

Gruß
Hans
@ Hans
Die Frage wäre hier doch, wie müsste ich den (kleineren) Drehmomentschlüssel einstellen, damit er die Helicoils nicht wieder rauszieht?

Gruß Günter
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Domo
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Beitrag von Domo »

Moin!
guenter HH hat geschrieben: @ Hans
Die Frage wäre hier doch, wie müsste ich den (kleineren) Drehmomentschlüssel einstellen, damit er die Helicoils nicht wieder rauszieht?

Gruß Günter
Ich bin zwar nicht der Hans, aber ich greife die Frage trotzdem mal auf
:) .
Das Anziehmoment einer Schraube kann man berechnen. Die Berechnung an sich ist auch gar nicht mal so kompliziert. Komplizierter wird es dagegen an die Reibbeiwerte der Gewindereibung und der Reibung unter dem Schraubenkopf zu kommen. Ich hab in meinem Studium bis jetzt nur (für meinen Geschmack) recht allgemiene Tabellen kennengelernt, aus denen man die Werte entnehmen kann. Da stehen dann meist so große Wertebreiche, dass du dir die Werte so aussuchen kannst, bis dir das Ergebnis gefällt 8) .
Wenn jemand ne Quelle mit Angaben zu den Reibbeiwerten verschiedener Schraubenmaterialien mit den ganzen verschiedenen Mutterngewindematerialien hat, könnte man das berechnen.
(Ich vermute aber, dass der Wert trotz geringerer Gewindereibung immer noch sehr nahe an den bekannten 10Nm liegen wird)
Gruß Domo
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Dominik
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Beitrag von Dominik »

Hans hat gesagt, dass die Reibung um bis zu 90 Prozent sinken kann. Wenn man diese Aussage strapazieren will, könnte man so rechnen: Nimm den Reibkoeffizenten, bei dem eine M6 Schraube mit Regelgewinde das typische Anzugsmoment von 10 Nm erreicht. Reduziere diesen um 90 Prozent und berechne, mit wie viel Nm die Schraube nun angezogen werden müsste, um die selbe Streckung (oder was immer man da errechnet) zu erreichen.

Das müsste doch gehen, oder? Ich bin mir bloß nicht sicher, ob Hans die 90 Prozent jetzt wirklich ganz ernst gemeint hat, oder ob da mehr eine plakative Aussage war.

Viele Grüße,
Dominik
PeterB
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Beitrag von PeterB »

Ein weites (dehnbahres?) Feld.
Worum geht es überhaupt? Dass Schrauben sich nicht lösen, oder dass sie eine gewisse Pressung zwischen den verbundenen Bauteilen gewährleisten, oder je nach dem, oder sonstwas? Was steht bei welcher Verbindung im Vordergrund?
Wie sieht die ganze Leere :D aus, wenn wir alte und gebrauchte Teile incl. der beliebten "Kupferdichtungen" an den Stehbolzen des Kopfes zusammenschrauben?
Soll man jemandem wirklich empfehlen die Schrauben, die den Abgaskrümmer mit dem Zylinderkopf verbinden, mit vorgeschriebenem Drehmoment anzuziehen - hab ich mich vor Jahrzehnten schon nicht getraut?
Ich bin ja mit dem eingebauten Drehmomentsensor meiner Schraubenschlüssel bisher ganz gut zurecht gekommen, sollte damit aber nach der Vorrede bei Helicoils auch scheitern. Oder gibts doch sowas wie einen "Kurz vor Knack-Sensor" im Handgelenk?

beste grüße
peterb
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der Geier
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Beitrag von der Geier »

Mahlzeit!

:D

Wenn ich das lese, wundern mich die vielen rausgerissenen Gewinde nicht mehr!

Wenn ihr noch ein bischen weiter rechnet, beweist ihr noch das schwarz gleich weis ist und werdet morgen auf nem Zebrastreifen angefahren... :lol:

Greetz, der Geier, (geklaut bei Hr. Adams :wink: )
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Chuck Norris erwiderte: "Wäre ich gerne, doch ich bin nicht hart genug!"

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hiha
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Beitrag von hiha »

Hab grad nochmal gesucht. Die Oberflächenrauigkeit sinkt um bis zu 90%. Die ist aber nicht linear mit dem Anzugsmoment zu vergleichen. Um wieviel das sinkt, hab ich nicht gefunden, das stand aber auch irgendwo.
Ich zieh die Schrauben mit Gefühl an, und hab bisher weder eine verloren, noch rausgerissen. Irgendwann nehm ich mal den Drehmoschlüssel und Gefühl, dann schau ich nach...
Edit ist noch eingefallen:
Die standardlängen der Coils in den Reparatursätzen sind üblicherweise nur 1,5xNenndurchmesser. Für Aluguss der mürben Japanersorte ist das viel zu wenig. Ich nehm, wenns geht, 2,5-3xD. Die kann man über den Schraubenhandel bestellen. Dann klappts auch mit dem Coil..

Gruß
Hans
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Domo
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Beitrag von Domo »

Moin!
hiha hat geschrieben:Hab grad nochmal gesucht. Die Oberflächenrauigkeit sinkt um bis zu 90%. Die ist aber nicht linear mit dem Anzugsmoment zu vergleichen.
90% weniger Reibung im Gewinde hätte mich auch sehr gewundert, dann würde das Gewinde ja flutschen wie die XL auf einer vereiste Straße 8).
Ich hab grad in nem Maschinenbau-Tabellenbuch nachgeschaut, da ist ne Tabelle drin für Anzugsmomente für Schrauben aller möglichen Nenngrößen in Abhängigkeit von Schraubenfestigkeit und Gesamtreibungszahl (Mittelwert von Gewindereibungszahl und Reibungszahl zwischen Schraubenkopf und Auflage). Die Unterschiede zwischen dem höchsten Anziehmoment (Gesamtreibungszahl 0,14) und dem niedrigsten Anziehmoment (Gesamtreibungszahl 0,08 ) einer M6 Schraube einer bestimmten Festigkeit beträgt gerade einmal 1,5Nm.
Ganz genaue Angaben zu den Reibzahlen werden wir sowieso niemals haben, die hängen nämlich nicht nur von Schraube und Gewinde ab, sondern u.a. auch davon, ab die ganze Geschichte gefettet/geölt ist.
Ich behaupte mal: Wer ein super sauberes Helicoil-(oder was auch immer für einen Gewindeeinsatz)-Gewinde im Zyko hat und da eine neue, geölte Schraube reindreht kann das Anziehmoment evtl. um 1Nm reduzieren um immer noch dieselbe vorspannkraft zu erzeugen. Das Problem daran ist, dass wahrscheinlich niemand von uns einen Drehmomentschrauber in der Werkstatt hat, der tatsächlich auf 1Nm genau ist :wink: .
Ich bewundere die unter uns, denen ihr Gefühl beim Anziehen sagt, wann man aufhören sollte und dabei weder die Gewinde rausreißen noch später Ölsiff am Zyko haben. Das ist die wahre Herausforderung :!:
Gruß Domo
Das muss kesseln!
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guenter HH
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Beitrag von guenter HH »

Tolle Erklärung Domo,

hört sich doch schon fundierter an, und hilft wesentlich mehr weiter, als die Schwarz-Weiß Malerei vom Zebrastreifen Erläuterer :lol: .

Gruß Günter :)
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timundstruppi
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Beitrag von timundstruppi »

ach,
die Geschichten vom tapferen Geierlein sind immer toll! :wink:
Gruß TW
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tjark
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Beitrag von tjark »

Moin,

habe mir mal einen (damals) geeichten und sauteuren Drehmomentschlüssel für kleine Drehmomente zugelegt. Musste dann erschreckt feststellen, dass ich die 10Nm verdammt viel finde. Nach der guten und bewährten Handgelenkmethode hör ich vorher auf.

Auf die verlass ich mich viel lieber. Denn vielleicht hat den armen Gewinden vorher keiner gesagt, wieviel Nm sie vertragen können. :D

Viel Erfolg!

Gruß

Jörg
Ich mag meine R auch mit eckigem Scheinwerfer:-)
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hiha
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Beitrag von hiha »

Domo hat geschrieben:Ich bewundere die unter uns, denen ihr Gefühl beim Anziehen sagt, wann man aufhören sollte und dabei weder die Gewinde rausreißen noch später Ölsiff am Zyko haben. Das ist die wahre Herausforderung :!:
Gruß Domo
Ein Werkzeugmacher kann sowas :wink:
Hans
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