Bremsscheibe schwimmend gelagert

Hier kann über alles Mögliche geplaudert werden was mit und um unsere XL zu tun hat

Moderator: Kristian

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haan
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Bremsscheibe schwimmend gelagert

Beitrag von haan »

moin
einige wissen ja noch, dass ich dabei bin, mein 23" Rad auf scheibenbremse umzurüsten.
nun hab ich mal eine allgemeine frage: was bedeutet es, wenn eine bremsscheibe schwimmend gelagert ist?
und welche Vorraussetzungen muss der bremssattel dann mitbringen?
danke
mfg hauke
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peter
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Beitrag von peter »

Bremszange
Diese wird auch Bremssattel genannt. Sie besteht i.d.R. aus einer Aluminiumlegierung (gegossen oder gefräst) und besitzt je nach Bauart eins bis acht Kolben.
Durch Druck im Hydrauliksystem ausgelöst durch den Hand- oder Fußbremszylinder bewegen sich die Kolben und drücken den Belag an die Scheibe. Der Dichtring zwischen Kolben und Bremszylinder wirkt dabei auch als eine Art Rückholfeder und zieht den Kolben bei Nachlassen des Druckes wieder vom Belag weg (bis zum sog. "Luftspiel"). Dadurch schleifen die Beläge etwas an der Scheibe.


Beim Festsattel wird dieses Spiel durch eine schwimmende Bremsscheibe ausgeglichen. Beim Schwimmsattel hingegen sind die Kolben nur auf einer Seite der Bremsscheibe angeordnet, der Bremssattel verschiebt sich auf einem Stift "schwimmend", um durch die Relativbewegung der Kolben einerseits und der gesamten restlichen Zange andererseits zur Scheibe beide Beläge gleichmäßig an die Bremsscheibe zu drücken.


grus speter

p.s. oder einfach weitergoogeln !
s.
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Re: Bremsscheibe schwimmend gelagert

Beitrag von s. »

haan hat geschrieben: nun hab ich mal eine allgemeine frage: was bedeutet es, wenn eine bremsscheibe schwimmend gelagert ist?
Hallo Hauke!
Bei schwimmend gelagerten Bremsscheiben sind der Teil, der von den Belägen überlaufen wird und der innere "Stern", mit dem die ganze Scheibe an die Nabe geschraubt wird, zwei Teile, die mittels sog. Floater verbunden werden.
Der Außendurchmesser des Sterns ist minimal kleiner als der Innendurchmesser des äußeren Teils, an der Trennfuge haben beide halbkreisförmige Aussparungen, in die die Floater eingesetzt werden, um den äußeren Ring mitzunehmen. Je nachdem, ob die Floater mit Tellerfedern o.ä. unterlegt sind oder nicht, kann der äußere Ring recht heftig auf dem Stern wackeln.
Der Sinn der Sache ist folgender: eine nicht schwimmende Scheibe (speziell so eine vergleichsweise dünne Motorrad Bremsscheibe) neigt dazu, sich im Betrieb zu einer Tellerfederform zu verziehen. Die Scheibe wird nämlich außen (also dort, wo die Beläge drauf laufen) heißer als innen an der Nabe. Der kühle Innenbereich verhindert nun ein gleichmäßiges Ausdehnen der ganzen Scheibe und zwingt sie in die erwähnte Tellerfederform. So lange gebremst wird, ist das nicht so schlimm, aber wenn die Bremse losgelassen wird, werden dadurch die Beläge weiter als normal zurückgedrückt. Beim nächsten Mal Bremsen muß also erstmal dieser Weg zurückgelegt werden, was den Druckpunkt näher an den Lenker legt und weicher macht.
Bei der schwimmenden Scheibe passiert das nicht, weil der äußere Ring nicht fest mit dem Stern verbunden ist und sich deshalb frei (radial) ausdehnen kann.
Manchmal liest man, die schwimmende Lagerung diene dazu, daß sich die Scheibe axial auf die Zange/Beläge einstellen könne, aber das ist Mumpitz.
... und welche Vorraussetzungen muss der bremssattel dann mitbringen?
Eigentlich keine anderen als mit einer starren Scheibe auch, es können sowohl Fest-, als auch Schwimmsättel mit einer schwimmend gelagerten Scheibe verwendet werden.

Gruß
Sven
haan
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Beitrag von haan »

ahja
also dient eine schwimmende scheibe nur dazu, den druckpunkt immer an der gleichen stelle zu halten, also jenen nicht wandern zu lassen?

ich habe mir einen brembo 4 kolbensattel gekauft und werde den mittels eines adapters an meine XT 600 Gabel anfrickeln ;)
da muss ich noch einmal mit dem tüv reden, was ich da so beachten muss, dass die das auch eintragen.

nun hätt ich gerne eine 320er scheibe dazu. und nun kam der zeitpunkt andem ich die wahl hatte zwischen schwimmend und nicht schwimmend gelagerten scheiben.
ich hatte mir das prinzip schon so ungefähr gedacht, aber war mir eben nicht sicher...

also kann man im prinzip schwimmende scheiben braucht man nur im sport bereich, odeR?

naja, da ich ncoh eine nagelneue XT600 scheibe mitbekommen habe, inclusive ABE für die XT 600 werde ich wohl erst einmal jene scheibe fahren, bis sie hin ist und mir dann erneut gedanken machen über eine 320er scheibe. mit dem vierkolbensattel, müsste auch diese "bremslösung" mehr als akzeptabel sein...

mfg hauke und vielen dank für die schnellen antworten.
s.
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Beitrag von s. »

Schau erstmal, ob der 4kolbensattel innen überhaupt zwischen Bremsscheibe und Speichen paßt, da wird's meistens recht eng (die serienmäßig an fast allen Enduros verwendeten Schwimmsättel sind dsort sehr viel schmaler als Festsättel, weil ja auf der Rückseite keine Kolben mehr sind...)
Ansonsten viel Erfolg!
Gruß
Sven
haan
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Beitrag von haan »

ja mach ich
ich hab aber zur not auch noch den original xt600 einkolbensattel...
aber sonst würde ich mir da was suchen, gar nicht oder ganz.
der sattel stammt von einer 04er ktm lc4
mfg hauke

edit: hier der link:
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?Vie ... %3AIT&rd=1
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