Dichtungsmasse XL 500 S

Hier kann über alles Mögliche geplaudert werden was mit und um unsere XL zu tun hat

Moderator: Kristian

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xlemmingx
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Dichtungsmasse XL 500 S

Beitrag von xlemmingx »

Hallo zusammen!

Ich hab mich mal an die Zerlegung meiner XL 500 Bj 80 rangemacht weil sie am Schalthebel und ein bisschen auch oben am Ventildeckel rausgesifft hat. Hab da jetzt mit einem Kumpel ein neues Dichtungsset verbaut.
Allerdings bin ich mir unsicher wie es bei dem Ventildeckel aussieht, da soll ja Dichtmasse drauf. Ich hab da erstmal so rotes Silikon verwendet, steht drauf von 250 bis 300° Temperaturfest. Reicht das? Hab wenig Lust den Motor im Sommer wenn es bisschen wärmer ist wieder halb auseinander zu reißen. Muss auch öfter mal durch die Stadt fahren, dass heizt luftgekühlten Motoren mit Sicherheit ganz schön ein..

Außerdem ist mir ein Gewinde einer Schraube vom Ventildeckel abgerissen, wie gehe ich da denn am besten ran? Hab schon was gelesen von Gewinde schneiden, allerdings hab ich sowas noch nie gemacht, deswegen hätte ich da gerne mal die genaue Vorgehensweise.

Achja und was mir grade noch eingefallen ist, ist es möglich die Nockenwelle verkehrt herum einzubauen wenn man sich an die vorgeschriebenen Markierungen hält? Wir waren da etwas skeptisch ob das so richtig ist.

Wäre nett wenn ihr mir ein bisschen auf die Sprünge helfen könntet, ich bin noch neu bei der XL ;)


MfG xlemmingx
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Gunnar_HH
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Beitrag von Gunnar_HH »

Hallo Lemming,

Überprüfe die Sifferei an der Schaltwelle: Ist es wirklich die Schaltwellendichtung? Kann auch der Dichtung der Antriebswelle oder die Bohrung für den Leerlaufgeberausgang sein (genau abwischen und dann nochmal nachsehen)
ein neues Dichtungsset verbaut
Was ist das denn? Motorgehäuse-Seitendeckeldichtungen?
wie es bei dem Ventildeckel aussieht, da soll ja Dichtmasse drauf
Nein, wenn du den Ventileinstelldeckel meinst, da ist ein O-Ring drin.
ein Gewinde einer Schraube vom Ventildeckel abgerissen
Es ist relativ egal, ob Schraube vom Ventileinstelldeckel oder Zylinderkopfdeckel, wenn du es richtig reparieren willst (mit Ensat, Helicoil oder ...) muss der Motor wieder raus, sonst kommst du da nicht richtig ran. Die Metallspäne würden auch sonstwo hin fliegen. Sorry.
ist es möglich die Nockenwelle verkehrt herum einzubauen
Nein, wenn die Einbaukerben des Steuerkettenrades mit der T-Markierung übereinstimmen, passt das. Wird nur schwerer sein den Zylinderkopfdeckel gegen die Ventile in Öffnungsstellung fest zu ziehen.

Willkommen im Forum und viele Grüße aus DUS
Gunnar
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Beitrag von xlemmingx »

Danke für deine Antwort Gunnar_HH!
Gunnar_HH hat geschrieben:Überprüfe die Sifferei an der Schaltwelle: Ist es wirklich die Schaltwellendichtung? Kann auch der Dichtung der Antriebswelle oder die Bohrung für den Leerlaufgeberausgang sein (genau abwischen und dann nochmal nachsehen)


Okay, das kann ich aber erst wenn sie wieder komplett zusammengebaut ist und bissel gelaufen. Momentan ist der Motor noch nicht wieder im Rahmen.
ein neues Dichtungsset verbaut


Seitendeckeldichtungen, Zylinderkopf und -fußdichtungen.

Nein, wenn du den Ventileinstelldeckel meinst, da ist ein O-Ring drin.


Nein ich meine nicht den Ventileinstelldeckel sondern den kompletten Deckel, eben das Teil dass nach dem Zylinderkopf kommt, dass die Ventile und die Nockenwelle bedeckt. Heißt das nicht Ventildeckel?
Es ist relativ egal, ob Schraube vom Ventileinstelldeckel oder Zylinderkopfdeckel, wenn du es richtig reparieren willst (mit Ensat, Helicoil oder ...) muss der Motor wieder raus, sonst kommst du da nicht richtig ran. Die Metallspäne würden auch sonstwo hin fliegen. Sorry.


Er ist ja zum Glück noch draußen, aber ich weiß nicht wie ich da am besten vorgehe?
Nein, wenn die Einbaukerben des Steuerkettenrades mit der T-Markierung übereinstimmen, passt das. Wird nur schwerer sein den Zylinderkopfdeckel gegen die Ventile in Öffnungsstellung fest zu ziehen.


Okay, das beruhigt mich schonmal!


Hier mal noch ein paar Bilder, den Zylinder und die Ein-/Auslässe hab ich von den ganzen Ablagerungen befreit. Woher kommen die denn?

Bild

Bild

Bild << Wo kommen diese Kratzer her?

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Bild <<hier das von mir verwendete Silikon

Bild << Da wo die Schraube unten rechts fehlt ist das Gewinde kaputt..
cj
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Beitrag von cj »

xlemmingx hat geschrieben:den Zylinder und die Ein-/Auslässe hab ich von den ganzen Ablagerungen befreit. Woher kommen die denn?
verbranntes öl und kraftstoffrückstände.
xlemmingx hat geschrieben:Wo kommen diese Kratzer her?
da haben die im werk gussgrate weggeschliffen, ganz normal.
xlemmingx hat geschrieben:hier das von mir verwendete Silikon
ok, aber viel zu viel draufgeschmiert. nur hauchdünn auftragen und die dichtflächen vorher entfetten.

im übrigen arbeitest du sehr unsauber und hast viel dreck in den motor geschleppt der vorher aussen dran pappte. da der motor keinen vernünftigen ölfilter hat werden die dreckpartickel immer schön durch den motor zu den schmierstellen gepumpt und dort zügig den verschleiss fördern.
am besten wäre es gewesen, du hättest bevor du das werkzeug in die finger genommen hast, den motor im mopped richtig zu säubern.
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xlemmingx
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Beitrag von xlemmingx »

cj hat geschrieben:ok, aber viel zu viel draufgeschmiert. nur hauchdünn auftragen und die dichtflächen vorher entfetten.
Okay, da kann ich nochmal nachbessern. Aber reicht das 250°-feste Silikon aus?
cj hat geschrieben: im übrigen arbeitest du sehr unsauber und hast viel dreck in den motor geschleppt der vorher aussen dran pappte. da der motor keinen vernünftigen ölfilter hat werden die dreckpartickel immer schön durch den motor zu den schmierstellen gepumpt und dort zügig den verschleiss fördern.
am besten wäre es gewesen, du hättest bevor du das werkzeug in die finger genommen hast, den motor im mopped richtig zu säubern.
Da hast du wohl recht, dafür hab ich mir nicht genug zeit genommen. Dieses Sieb unten drin hat wohl nicht viel Wirkung? Lohnt es sich das mal rauszunehmen und sauberzumachen? Saß recht fest als ich das probiert habe, deswegen hab ichs lieber drin gelassen bevor ich es kaputt mache.
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Gunnar_HH
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Beitrag von Gunnar_HH »

Wenn es Dirko HT ist, sollte es von der Temperatur her passen. Es wird als Dichtung aber nur ein Hauch der Dichtungsmasse drauf gegeben! Du hast ca. 90% zu vile drauf. Das verstopft später nur die Öl-Kanäle.

Beim ersten mal geht das Sieb tatsächlich recht schwer raus. Muss aber regelmäßig gereinigt werden. Also raus mus das Sieb auf jeden Fall. Trau dich.

Gruß Gunnar
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Beitrag von omagott »

Du machst den Motor ja eh nochmal auf, runter mit der Dichtmasse, ist viel zu viel. Eine schmale Wurst legen, Richtung Aussenseite der Dichtfläche. Das Zeug hat im Motor nichts verloren da es keinen Filter gibt. Überschuss abwischen, dann schaut es nur halb so asselig aus.
Bei der Gelegenheit gleich noch die Kipphebelwellenenden mit Bremsenreiniger rausspülen und mit Dirko von aussen abdichten, die O-Ringe da drin sind meistens schon Viereckig und ebenfalls oft ein Grund für Ölverlust. Bei manchen Leuten gehen die Stifte die die Wellen halten bescheiden raus, der Weg über die Dichtmasse von aussen ist hier der einfachere und schnellere.

Wie der CJ sagt, bei Dir ist mindestens ein Ölwechsel fällig, der Dreck hat nix im Motor verloren.
Dirko steht das leicht, am Kopf treten üblicherweise an der heissesten Stelle Temperaturen so um die 180-200° auf und das ist Innen wo die Wärme nicht weg kann.
Gewinde nachschneiden wird Dir wenig helfen, da muß ein Helicoil rein, drüberschneiden reisst gleich wieder aus. Ansonsten zieht man die Schrauben per Drehmomentschlüssel mit 10Nm an und gut, da muss man nicht anreissen bis das Wasser raus kommt.
Im Kopf sind 2 Passbuchsen. Auf die unbedingt achten da die festlegen wie der Kopf zum Zylinderkopfdeckel steht. Pfuscht man hier liefert man die Nockenlagerung und kurz drauf dann die Nocke.


Gruß,
die Oma
Hammer: Werkzeug, das sich aus einer primitiven Schlagwaffe entwickelt hat. Der Hammer wird als wünschelrutenähnliches Gerät genutzt, um das teuerste Teil zu finden das in der Umgebung des Teils liegt welches man eigentlich treffen wollte.
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Beitrag von xlemmingx »

omagott hat geschrieben:Gewinde nachschneiden wird Dir wenig helfen, da muß ein Helicoil rein, drüberschneiden reisst gleich wieder aus.
Wie genau funktioniert das denn? Ist das eine Art Gewinde das in das Schraubenloch geschraubt (?) wird?
Und welche Größe braucht man da?

Bin ja sehr überrascht wie die Ersatzteilversorgung immer noch funktioniert! Mir ist eine dieser 140-er Flanschenschrauben abgebrochen die den Deckel halten, bei Honda angerufen und der konnte das Teil direkt bestellen für 1,75€. Hätte damit gerechnet dass ich ewig suchen muss und die Kosten für die eine Schraube im zweistelligen Bereich liegen :P
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Gunnar_HH
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Beitrag von Gunnar_HH »

Hallo Lemming,

hier mal eine Beschreibung zur Gewindereparatur mit Ensat-Buchsen.
Bei Heli-Coil wird mit der Hilfe einer speziellen Einsetzhülse eine gehärtete Gewindewendel eingesetzt.

Gruß Gunnar
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Beitrag von PeterB »

Moin Lemming,
das:
http://www.mercateo.com/p/245-90015524/ ... 0896140213

geht auch, wenn Du passende Schrauben auftreiben kannst, und nicht gerade M7er Gewinde vernudelt sind.

beste grüße
peterb
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Beitrag von xlemmingx »

Super Tipps, vielen Dank! Werde es im Laufe der Woche mal mit der Ensat-Methode probieren.
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