Zu Fett im Schiebebetrieb / Teillast

Hier können Reperaturfragen gestellt werden. Wie wird was wieder repariert?

Moderatoren: Kristian, tester_änderung

Holzkopf
ab - und zu Schreiber
ab - und zu Schreiber
Beiträge: 32
Registriert: 31. Dezember 2021, 10:04

Re: Zu Fett im Schiebebetrieb / Teillast

Beitrag von Holzkopf »

So, nach einer Ultraschallreinigung und Tausch der Schwimmernadel wieder das gleiche Spiel:


Erste, kurze Probefahrt okay, bei der zweiten Probefahrt Symptome wieder da.

Vorher hatte ich bereits die Zündspule gewechselt. Absolut kein Unterschied.
Holzkopf
ab - und zu Schreiber
ab - und zu Schreiber
Beiträge: 32
Registriert: 31. Dezember 2021, 10:04

Re: Zu Fett im Schiebebetrieb / Teillast

Beitrag von Holzkopf »

Schwimmerstand sieht für mich okay aus…
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Benutzeravatar
Jörg
XL Guru
XL Guru
Beiträge: 1658
Registriert: 7. November 2008, 19:39
Wohnort: Heiningen

Re: Zu Fett im Schiebebetrieb / Teillast

Beitrag von Jörg »

Wenn das eine originale Leerlaufgemischregulierschraube ist, dann ist die viel zu weit rausgedreht.
Ist die richtig montiert?
Zuerst der kleine O-Ring, dann U-Schiebe, dann Feder, dann Schraube.
Wenn ganz reingedreht, guckt die im Rohr innen ca. einen halben Millimeter raus.
Wenn nicht, dann sind da vielleicht noch mehr UScheiben und ORinge und oder Schmock drin.

Oooder die Kolbenringe sind runter.
Hast ja aus 2 Motoren einen zusammengebaut oder?
Wenn ja warum ?
Oder verwechsele ich da was.

Gruß Jörg
Holzkopf
ab - und zu Schreiber
ab - und zu Schreiber
Beiträge: 32
Registriert: 31. Dezember 2021, 10:04

Re: Zu Fett im Schiebebetrieb / Teillast

Beitrag von Holzkopf »

Danke Jörg!

-> Leerlaufgemischschraube schaue ich mir mal dediziert an.

Kolbenringe bei Volllaststottern? Wirklich???

Meine nächsten Schritte wären: Hauptdüsenhalter wechseln, Vergaser nochmal reinigen, Fliehkraftversteller checken.
Holzkopf
ab - und zu Schreiber
ab - und zu Schreiber
Beiträge: 32
Registriert: 31. Dezember 2021, 10:04

Re: Zu Fett im Schiebebetrieb / Teillast

Beitrag von Holzkopf »

Hat denn jemand ne Ahnung, wo ich den Düsenstock /Hauptdüsenhalter für den Keihin PD08 Vergaser bestellen kann? Müsste die Honda Bestellnummer 16165-435-004 sein.

Topham, Cepok und CMS haben ihn nicht, Hondahändler meldet sich (wie üblich) nicht.
Benutzeravatar
Gunnar_HH
XL Guru
XL Guru
Beiträge: 4262
Registriert: 16. Juli 2002, 14:42
Wohnort: Hamburg / Bramfeld

Re: Zu Fett im Schiebebetrieb / Teillast

Beitrag von Gunnar_HH »

Hä?
Und warum jetzt den Hauptdüsenhalter? Der hat doch nun gar nichts mit der Gemischanreicherung zu tun. Wird warscheinlich ein irre Geld kosten. Da sind doch nur ein paar Löcher drin und man kann mit bloßem Auge sehen, ob die verstopft sind.
Ich tippe da eher auf ein Zusammenspiel von Düsennadel und Nadeldüse. Wenn die Nadel zu dünn und oder die Düse zu weit ausgerieben ist, dann hast du jenseits des Standgases ein zu fettes Gemisch.
Beide Teile gibt es im Keystersatz. Wobei die Maßhaltigkeit der Nadeln nicht super optimal ist. Hier mal ein Bild.

Viele Grüße
Gunnar
Nadeldüsen-Check-Keyster-Tipp.jpg
Düsennadeln-XLR.JPG
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Honda: XL500R-1982 / Forza 350-2022
Aprilia: Moto 6.5-1996 / SR50-1997
Die besten Kapitäne stehen an Land!
WAFI: Wind assisted freaking idiot
Holzkopf
ab - und zu Schreiber
ab - und zu Schreiber
Beiträge: 32
Registriert: 31. Dezember 2021, 10:04

Re: Zu Fett im Schiebebetrieb / Teillast

Beitrag von Holzkopf »

Hey Gunnar, Danke, aber das hatte ich ja bereits getauscht. Ich kann das nochmals explizit nachmessen, aber…

Das einzige ungetauschte Teil an der Baueinheit ist der Düsenhalter.

Es geht um Gemischanreicherung? Hm…, derzeit ist die Zündkerze eher zu hell. Für mich hört es sich nach all den durchgeführten Arbeiten eher nach fehlendem Sprit oder Zündaussetzer an. Hm…
Benutzeravatar
Gunnar_HH
XL Guru
XL Guru
Beiträge: 4262
Registriert: 16. Juli 2002, 14:42
Wohnort: Hamburg / Bramfeld

Re: Zu Fett im Schiebebetrieb / Teillast

Beitrag von Gunnar_HH »

zu fett - zu dünn / Was denn nun?

Stelle hier mal ein Bild von der Zündkerze ein!
Wenn es zu dünn ist, wirst du in der Stadt-Vorstadt einen fast glühenden Motor und Krümmer haben.
Wenn zu fett ist, wirst kaum hochdrehen können.
Eigentlich ist es einfach zu unterscheiden.
Auch an die Dichtung unter dem Vergaserdeckel gedacht.

Gruß Gunnar
Honda: XL500R-1982 / Forza 350-2022
Aprilia: Moto 6.5-1996 / SR50-1997
Die besten Kapitäne stehen an Land!
WAFI: Wind assisted freaking idiot
Holzkopf
ab - und zu Schreiber
ab - und zu Schreiber
Beiträge: 32
Registriert: 31. Dezember 2021, 10:04

Re: Zu Fett im Schiebebetrieb / Teillast

Beitrag von Holzkopf »

Mach‘ ich beim nächsten Arbeitseinsatz. In der Tat wandelte sich die Farbe der Zündkerze mit den bisherigen Arbeiten von rußschwarz zu einem grau.

Die Deckeldichtung sah immer super aus und habe ich bisher so belassen. Kann ich aber auf Verdacht auch noch tauschen.
Benutzeravatar
Axelsander
XL Berater
XL Berater
Beiträge: 221
Registriert: 7. Dezember 2014, 09:06
Wohnort: Füsing

Re: Zu Fett im Schiebebetrieb / Teillast

Beitrag von Axelsander »

Moin,
mein Problem hat sich gänzlich gelöst als ich damals von S Vergaser auf R umgestiegen bin und den im S Vergaser eingebauten Keyestersatz nun im Ersatzteilfundus lagere. Ich bin von Keyester Sätzen geheilt, ich bin der subjektiven Meinung das die Teile zwar besser sind als alles was in China zusammengebastelt und gestellt wird (No Name Sätze auf allen Marktplatzformen) ,aber nicht so maßhaltig wie original, ich würde persönlich lieber Altteile vorziehen sofern nicht Kernschrott und nur die Oringe und Dichtungen wechseln. Wie Gunnar schon schrieb sind Nadeldüse und Düsennadel verwendbar, aber wie auf dem Foto mit gewisser Vorsicht zu genießen. Ich habe den Vergaser damals "laufbar" bekommen, aber er lief egal auf welcher Nadelstellung oder mit welcher Düse in allen Bereichen nie optimal, dass ist aber schon einige Jahre her, weshalb dies eventuell keine Gültigkeit zu heutigen Reperatursätzen hat.

Meine Erfahrung mit S und R Vergasern ist das es gefühlt eine große Streuung gibt. Selbst wenn ich meine Motorräder hernehme verhalten sich die Moppeds in meinem Besitz alle unterschiedlich. Die eine springt besser ohne Choke an, die nächste mit usw. Eine konkrete Aussage lässt sich nicht pauschalisieren egal ob S oder R.

Alle meine R Vergaser laufen die ersten paar Meter rumpelig was sich gibt, wenn das Mopped richtig warmgefahren wurde, was meine Moppeds mit S Vergaser nicht machen, andersherum gehen alle Motorräder mit R Vergaser besser obenrum wenn man den Hahn aufmacht besonders merkbar im letzten Gang über 100kmh wärend der S Vergaser eher träge ist und man sich, wenn man es wollen würde, die letzten Pferdchen unsanft aus dem Schlaf wecken muss bis etwas passiert. Da ich aber meist viel langsamer unterwegs fällt es eigentlich gar nicht auf.

Ausgenommen von meinen persönlichen Erfahrungen sollte man beim R Vergaser auch die Beschleunigerpumpe kontrollieren und gucken ob auch die Betätigungslasche korrekt arbeitet und nicht verbogen ist. Ein Upgrade ist der R Vergaser auf jeden Fall, da auch ich bestätigen kann das die Kiste dann wirklich 1l Sprit weniger benötigt auf 100km, was ziemlich beachtlich ist.
Weil es hier aufkam: S und R Aircutventile sind unterschiedlich! S hat nen großen Knubbel die R nicht!

Ich würde dir raten einen komplett originalen Vergaser zu revidieren oder zu kaufen. Am sinnvollsten ist es mit einem laufenden Vergaser quer zu tauschen. Wenn alle stricke reißen und sich keine sinnvolle Lösung anbahnt hätte ich noch einen weiteren auf Lager zum austesten, welcher noch original bestückt ist. Wenn die Kiste ansonsten läuft schließe ich Elektrik aus, da ich nur selten Probleme bei diesen Komponenten hatte bei 6V ebenso 12v solange niemand da vorher dran war und Komponenten von 6V und 12V gemischt hat.

Tipp Elektrik: Einpolige Zündspulen aus Fernost funktionieren alle tadellos habe bereits zwei mehrere tausend Kilometer drinn nachdem mir eine Zündspule aus altersgründen auseinadergefallen ist. Kostenpunkt 10€. Damit würde man sogar defektes Zündkabel und Schuh auschließen, weil das auch mit dran ist, der gekröpfte VD05 Stecker von NGK ist aber natürlich schöner.
Einfach nach 1poliger Zündspule suchen.

Wenn das Gefühl bestehen sollte das Elektrische Komponenten kaputt sind. 6V CDI's und Fliehkraftverstellbar sowie Pickups habe ich zu hauf. Dann kannst du auch diese Quertauschen um Fehler auszuschließen. Ich persönlich hätte aber noch keine Probleme damit. Einzig eine defekte 12v CDI kann ich auf meinem Konto verzeichnen.

So genug Senf :lach:

VG
Alexander
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen....
Benutzeravatar
Jörg
XL Guru
XL Guru
Beiträge: 1658
Registriert: 7. November 2008, 19:39
Wohnort: Heiningen

Re: Zu Fett im Schiebebetrieb / Teillast

Beitrag von Jörg »

Jupp,
sehr schön geschrieben.
Ich würde noch nicht mal die kleinen O-Ringe vom Keyestersatz nehmen.
Sind mal so stark aufgequollen, das der Beschleunigerpumpenkanal zu war.
In den meisten Fällen ist der Vergaser noch irgendwo zugegammelt, nach dem reinigen hat sich eine Plocke gelöst die dann einen Kanal verstopft.
Oder falsch zusammengebaut.
Habe die 2 Versuche mit Keyestersätzen wieder zurück gebaut.
Es liegt meistens nicht an verschlissenen Komponenten.

Gruss Jörg
Jogi.R
XL Guru
XL Guru
Beiträge: 722
Registriert: 29. März 2013, 08:45

Re: Zu Fett im Schiebebetrieb / Teillast

Beitrag von Jogi.R »

Axelsander hat geschrieben: 24. Juli 2026, 12:19 Moin,


Ausgenommen von meinen persönlichen Erfahrungen sollte man beim R Vergaser auch die Beschleunigerpumpe kontrollieren und gucken ob auch die Betätigungslasche korrekt arbeitet und nicht verbogen ist.
So genug Senf :lach:

VG
Alexander

Wichtig ist, die Betätigungsstange mit dem Faltenbalggummi zu fetten.
Dort läuft langsam aber sicher Wasser rein und lässt die Stange gammeln.
Darauf kann auch Wasserr in die Kammer gelangen was man am Rost darin sehr schön sieht.
Wenns nicht mehr klappert, ist es kaputt.
Holzkopf
ab - und zu Schreiber
ab - und zu Schreiber
Beiträge: 32
Registriert: 31. Dezember 2021, 10:04

Re: Zu Fett im Schiebebetrieb / Teillast

Beitrag von Holzkopf »

Hui,
erstmal der aktuelle Stand der Dinge. Ich habe soeben den Vergaser noch einmal gereinigt, den Schwimmer gewechselt und die Leerlaufgemischschraube mit den richtigen Komponenten eingebaut. Resultat: das Moped lief wieder wunderbar bei der ersten Probefahrt circa 5 Minuten. Danach kurz abgestellt, Helm angezogen. Sattel drauf, Seitenteile drauf und wieder losgedüst und sofort war das stottern wieder da.

@gunnar: Düsennadel und Nadeldüse sehen gut aus.

Bezüglich R Vergaser: Den hatte ich zwischenzeitlich auch drin. Gleiche Symptome.

Es ist schon immer eine eindeutige Zündspule verbaut, aber auch diese habe ich gewechselt. Kein Unterschied.

Was wirklich sein kann, ist, dass 6 V und 12 V durcheinander geraten ist. Am Moped gibt’s ja schon lange keine Batterie mehr und die ganze Elektrik ist sehr entschlackt. In der Tat habe ich ja aber sozusagen alles außer dem Zylinderkopf von einem neuen, ungeprüften Motor genommen ich weiß gar nicht was bei einem Aufbau auf 12 V gemacht wird. Vielleicht liegt hier irgendwo ein Fehler? Ich würde mir jetzt mal diese Fliehkraftzündung auf Verdacht anschauen.

Pickups sagen optisch gut aus, CDI wechsel‘ ich demnächst.

Komisch ist, dass ich nach dem Wiederaufbau ja auch mal ca. 100 Kilometer mit neuer Zündkerze problemlos im Gelände gefahren bin…

UPDATE: CDI gewechselt, kein Unterschied. Stottern / Zündaussetzer bei Volllast.
Holzkopf
ab - und zu Schreiber
ab - und zu Schreiber
Beiträge: 32
Registriert: 31. Dezember 2021, 10:04

Re: Zu Fett im Schiebebetrieb / Teillast

Beitrag von Holzkopf »

@Alexander: Vielen Dank fürs Angebot!!! Vergaser, CDI, Zündspule, Fliehkraftversteller etc. habe ich alles noch vom anderen Motor!
Benutzeravatar
Gunnar_HH
XL Guru
XL Guru
Beiträge: 4262
Registriert: 16. Juli 2002, 14:42
Wohnort: Hamburg / Bramfeld

Re: Zu Fett im Schiebebetrieb / Teillast

Beitrag von Gunnar_HH »

Holzkopf hat geschrieben: 25. Juli 2026, 12:07 Resultat: das Moped lief wieder wunderbar bei der ersten Probefahrt circa 5 Minuten. Danach kurz abgestellt, Helm angezogen. Sattel drauf, Seitenteile drauf und wieder losgedüst und sofort war das stottern wieder da.
wickie-idee.jpg
.
Ich habe es: Du musst einfach länger als 5 Minuten fahren. Der Bock will dich nur ärgern.

Gruß Gunnar
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Honda: XL500R-1982 / Forza 350-2022
Aprilia: Moto 6.5-1996 / SR50-1997
Die besten Kapitäne stehen an Land!
WAFI: Wind assisted freaking idiot
Antworten